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Donnerstag, 11. Juni 2015

Thema des Monats: Handy-Fotos bei Bildagenturen

Auf der CEPIC traten sie zwar nicht in Erscheinung, aber sie waren in aller Munde: Bilder, die mit dem Smartphone geknipst werden und genau so auch aussehen. Das meinen wir jetzt nicht abwertend. Denn das Wichtige ist ja, dass sich Menschen mit einem Stil identifizieren können. Jetzt aber unsere Frage: Braucht man dazu eine Bildagentur mit Handy-Fotos? Könnten Sie sich vorstellen, Handy-Fotos – ob im Instagram- / Hipstamatic-Style oder klassisch – aus Bildagenturen zu kaufen? Kommentieren Sie einfach unseren Post hier oder auf unserer Facebook Seite.

Wir sehen die unterschiedlichsten Ansätze: EyeEm ist eine Plattform, die „crowd-sourced“ Bilder aufnimmt und über eine Kooperation mit Getty Images lizenzfrei verkauft. Die Suche nach „Girl“ bringt es bei EyeEm direkt auf 474.946 Bilder, von denen nur noch 2.622 bei Getty Images übrig bleiben. Hartes Editing lohnt sich hier. Eine andere Plattform besitzt mehr als 45 Mio. private Fotos: Twenty20.

Dann hören wir von Alan Capel,  Director of Content bei Alamy, dass deren Kollektion Stockimo gut verkauft – was daran liegen mag, dass die Bilder auch selektiert werden, aber immerhin jedes Zweite schafft es auf die Website – und ein Drittel der Bilder kommen von klassischen Kamera-Fotografen.

Und die Münchner Bildagentur Westend61 testet im Eigenvertrieb die SMART-Kollektion, die ausschließlich mit SMARTphone-Bildern ihrer Stammfotografen arbeiten. Deshalb werden diese Bilder nicht über ihr komplettes Vertriebsnetz angeboten, haben aber zumindest schon einige Verkäufe erzielt. Und die Agentur Blend Images veröffentlicht mit MEMENTO eine Serie von derzeit rund 1.744 Bildern.

Foto: Blend Images / Mike Shipman

Wir sind uns ein bisschen unsicher, ob Stock-Handy-Fotos überhaupt gebraucht werden. Deshalb fragen wir Sie. Einige Unternehmen nutzen den Instagram-Stream, um #MeinName-Bilder zu zeigen, andere kommunizieren über Facebook & Co so stark mit ihren Kunden, dass sich hier massenweise Privat-Bilder sammeln – und wer eine Kampagne in Richtung Instagram-Style plant, dreht dann ja vielleicht auch am Interaktiv-Rädchen und fragt seine Kunden über Social Media, ihre eigenen Bilder zu liefern. Die Sahne obendrauf: Auch dafür gibt es schon Agenturen. In Hamburg gründete sich das StartUp Metafoto, über das Unternehmen viele Fotografen ansprechen können – direkter kann Kommunikation nicht sein. Zu Metafoto werden wir Sie noch auf dem Laufenden halten.

Mittwoch, 5. November 2014

Agentur des Monats: iStock und die neuen Credits

Es muss ja nicht immer gleich eine ganze Agentur sein, der wir hier besondere Aufmerksamkeit schenken. Vielmehr stellen wir dieses Mal nur eine Ader einer Agentur vor: die neue Preispolitik aus dem Hause iStock. Die ist nämlich ziemlich beachtenswert.

Die Microstockagentur iStock hat ihr Portfolio jetzt in zwei Kategorien unterteilt: Essential und Signature. Letztere bietet exklusive Bilder, Videos und Vektorgrafiken, die von einem internationalen Team von Bild- und Trendexperten quasi handverlesen zusammengestellt werden. Viele Motive gibt es tatsächlich nur bei iStock, was das Angebot zusätzlich enorm aufwertet. Signature steht also für Premiumcontent, während unter Essential der Rest zu finden ist, immerhin ebenfalls mehrere Millionen Bilder. Das ist ja für sich genommen schon mal gut, aber es ist natürlich nicht ganz neu.

Was eigentlich erwähnenswert ist, ist die Preisgestaltung. Die ist jetzt sehr viel übersichtlicher. Für ein Motiv aus der Kategorie Essentials wird ein Credit fällig, für eines aus der Kategorie Signature drei. Egal, wie groß die gewünschte Datei ist. Es muss sich also keiner mehr die Haare raufen, weil er nicht weiß, ob Größe S für den gewünschten Zweck ausreicht. Mit iStock kann jetzt immer die größte Datei gekauft werden, ohne dass es teurer wird.

Der einzige Punkt, bei dem wir künftig etwas umdenken müssen: Ein Credit kostet nicht mehr – wie üblich – ein oder zwei Euro, sondern 12 Euro 50. Das muss man sich einmal merken. Wir sind gespannt, wie sich dieses Modell entwickelt. Innovativ ist es auf jeden Fall – und wird die Abwicklung mit iStock sicher vereinfachen. Oder? Was halten Sie davon?

Wenn Sie mögen, sagen Sie uns bitte Ihre Meinung dazu – wir freuen uns drauf! Schreiben Sie uns hier einen Kommentar, oder auf unserer Facebook-Seite, oder direkt unter zentrale@die-bildbeschaffer.de.

Dienstag, 3. September 2013

Thema des Monats: Wahlwerbung mit Stockmaterial

Sie haben es bestimmt gelesen – es stand im Spiegel, in der Zeit, bei Kress und wuv.de: Die Werbeagentur Wegmeister entdeckte, dass eine glücklich radelnde Familie sowohl für die NPD, als auch für die FDP wirbt – nebenbei auch für finnischen Quark und sicher noch für ein paar andere ebenso sinnstiftende Dinge...

Diese Familie war auch nicht das einzige Stock-Material in den Spots – der Spot der FDP scheint bis auf das Erscheinen von Herrn Brüderle komplett aus Stockmaterial gebaut zu sein. Für uns Anlass genug, uns einmal die Lizenzbedingungen vorzuknöpfen.

Wo kommen die Radler eigentlich her? Dieser Clip stammt von SimonKr, der ihn bei istockphoto einstellte – allerdings ist dieser Clip mittlerweile auch über gettyimages.com als lizenzfreier Clip zu haben. Spannend dabei: istockphoto - wie viele andere Microstock-Anbieter auch - verbieten in ihren Lizenzbedingungen den Einsatz von Models für politische Werbung; getty images hingegen nicht. Wer den entsprechenden Passus bei istockphoto genau liest, muss sich allerdings so richtig gruseln: Hier wird prinzipiell verboten, Models als Testimonials einzusetzen:

„4. Beschränkungen [...]:
Abs. 7: Nutzung oder Darstellung jeglichen Inhalts, der ein Modell oder eine Person enthält, wenn (a) diese Nutzung oder Darstellung in einer Art und Weise erfolgt, die bei einer vernünftigen Person die Annahme hervorrufen kann, dass die Person ein Geschäft, ein Produkt, eine Dienstleistung, eine Sache, eine Vereinigung oder einen sonstigen Zweck nutzt oder unterstützt...“.

Das ist harter Tobak und auf Nachfrage konnte oder wollte uns istockphoto bei einem ganz ähnlichen Kunden, einer Gewerkschaft, keine Genehmigung zum Einsatz eines Models als Testimonial erteilen. Jetzt könnte man die Frage diskutieren, ob diese Familie überhaupt als Testimonial eingesetzt wird oder ob sie einfach nur als illustratives Element dastehen, als typisch deutsche Familie, die ja keiner der beiden Parteien anhängen muss. OK. Aber aus der Perspektive der Familie: Möchte sie – möchten SIE in einem Wahlspot der NPD auftauchen?

Und wenn Sie Models aus dem Microstock als Testimonials für Ihre Marken einsetzen, stehen Sie dann auch bereits mit einem Bein im Knast? Laut dieses Passus‘ in der istockphoto-Lizenz ja – aber der Alltag zeigt ja, dass dieses Gericht nicht so heiß gegessen wie gekocht wird. Eine mögliche Deutung: Amerikanische Unternehmen wie istockphoto müssen sich in ihren Standard-Lizenzen gegen alles Mögliche absichern, um dann im Ernstfall darauf verweisen zu können. Reagieren werden sie aber nur, wenn es wirklich brennt – wie im Fall der rechten Schweizer Partei SVP, die vor Jahren einen grimmig blickenden, südländisch wirkenden Macho mit dem Spruch: „Heute Vergewaltiger, morgen Schweizer?“ zeigte. Hier greift dann aber eher auch der Passus 4.6 der istockphoto-Lizenz, der Diffamierungen der Models untersagt. Dieses Motiv wurde tatsächlich dann von istockphoto gekippt!

Soweit istockphoto. Nun wissen wir, dass zumindest die FDP diesen FilmClip bei getty images lizensierte. Hier der entsprechende Lizenztext:

„3. Beschränkungen. [...]
5    Bei Verwendung von Lizenzmaterial, auf dem ein Fotomodel oder Objekt in Verbindung mit einem Thema erscheint, das auf den gewöhnlichen Betrachter verletzend oder unangemessen kontrovers wirkt, muss der Lizenznehmer bei jeder derartigen Verwendung eine Erklärung hinzufügen, aus welcher hervorgeht, (i) dass das Lizenzmaterial lediglich zu Illustrationszwecken eingesetzt wird und (ii) es sich bei der ggf. abgebildeten Person um ein Fotomodell handelt....“.

OK. Demnach müsste im Wahlspot eingeblendet werden: „Wir sind nur Fotomodelle, keine FDP-Wähler“? Nunja, getty images erlaubt grundsätzlich Wahlwerbung, verweist allerdings auch bei jedem Kauf darauf, dass Bilder und Filme vor Allem für Wahlwerbung besser exklusiv eingekauft werden sollten – so hätte man genau diese Situation, in der die FDP jetzt steckt, vermeiden können. Exklusivität ist aber teuer – eigene Shootings wären da sicher eine ehrlichere und günstigere Variante, aber Zeit und Budget stehen dem eigenen Shooting ja doch regelmäßig im Weg...

Dass aber der nicht exklusive Einsatz von Testimonials in der (Wahl-) Werbung richtig schief gehen kann, zeigt eine ältere Geschichte aus Irland: Hier warb die eine Partei mit dem Portait einer Frau: „On sunday, I will vote for xy“ – woraufhin die gegnerische Partei das gleiche Model nahm: „... I changed my mind...“.

Dienstag, 6. August 2013

Thema des Monats: Yuri Arcurs hört mit Microstock auf

Aus seinem Hobby machte er ein kleines Business: die ersten Bilder kosteten ihn 50 EURO, die er bei istockphoto einstellte. Dass seine Bilder funktionierten und gekauft wurden, überraschte selbst ihn. Später wurden seine Shootings teurer, seine Freundin und Lieblingsmodel übernahm das Model-Booking und irgendwie merkte man schon: Der Mann wird erwachsen.
Ließ sich die Microstock-Szene davon anstecken? Zum Teil: Es entstanden weitere Bildermacher wie WaveBreakMedia, aber immer noch ist Microstock ein Magnet für Jedermann.

Vor 10 Tagen dann der Paukenschlag: Yuri Arcurs verkauft all seine Bilder, inklusive seines eigenen Bild-Portals people-images.com, an Getty Images. Was sagt uns das?

1. Wir zitieren seinen Abschiedsbrief: "For a maturing photographer microstock is a great learning platform, but if you mistake 'school' for 'workplace', you are in trouble. I did so for years." Werden ihm andere Fotografen mit den "besseren" Bildern folgen und aus dem Microstock verschwinden? Dann wird Microstock zum Ramschtisch der Fotografie? Wir erinnern uns an die Foto-CDs von Hermera - 1000 Bilder für DM 19,99… Oder werden die Arcurs-Look-Alikes einfach seinen Platz einnehmen und seine Kohle mit einsacken?

2. Seine im Verhältnis immer noch billig produzierten Bilder spülen jetzt in den klassischen lizenzfreien Markt und verdrängen andere Fotografen. Andere ziehen nach: Von hochwertigen Agenturen für lizenzfreie und lizenzpflichtige Bilder hören wir, dass ihnen derzeit die Ex-Microstock-Fotografen die Bude einrennen - sie stemmen sich mit Macht gegen die Schwemme und versuchen, Spreu vom Weizen getrennt zu halten. Am Ende des Tages auch wieder ein gutes Zeichen: Tolle Bilder können so in die erste Liga aufsteigen…

Als kleinen Nebenschauplatz eröffnete Arcurs in seinem Abschied, dass er mit 1,4 Mio in eine Website investiert, über die Handy-Fotografen für ganze $ 2,50 Erlös pro Bild Auftragsfotografie erledigen können. Ist das jetzt die neue Untergrenze für Fotografen-Honorare? Mmh…

Sei es drum - schlussendlich ist der Bildermarkt noch nie ein ruhiger Fluss gewesen. Wir sehen die Entwicklung auch für Sie als unsere Kunden nicht negativ. Nur verwirrend für denjenigen, der nur ab und zu reinschnuppert.

Und dafür haben Sie ja uns.

Dienstag, 5. Juni 2012

Tipps & Tricks: Aus dem Bildbeschaffer-Nähkästchen

Was die Branche im Allgemeinen angeht, hatten wir gerade in London wieder die Gelegenheit, uns mit Unseresgleichen zu treffen: Der Kongress des Bildindustrie-Verbandes CEPIC fand dieses Jahr auf monarchischem Boden statt. Doch wenn wir ehrlich sind, haben wir nicht viel Neues mitgebracht. Der Markt ist unverändert gekennzeichnet durch seine zwei Welten: Die der Microstocks und die der großen, etablierten Klassikagenturen. Wer sich neu positionieren will, muss entweder auf Masse produzieren (wie zum Beispiel Wavebreak Media) oder aber in der High-Class Nische seinen Platz finden (wie In Transit Images). 

Nach wie vor dominieren die Großen die Preisgestaltung auf dem Bildermarkt, allen voran Getty Images. Wer da nicht mithalten kann, hat Pech. Neu ist hingegen die zunehmende Bedeutung des asiatischen Marktes. Hier findet in Sachen Bildmanagement offenbar ein Kulturwandel statt: Es wird nicht nur gut aus dem Rest der Welt eingekauft, sondern auch interessant selbst produziert. Agenturen aus den USA machen inzwischen mit China und Taiwan mehr Umsatz als über Getty und Corbis zusammen.

Apropos Getty: Es ist kein Geheimnis mehr, dass die Getty-Investoren über einen Verkauf oder Börsengang nachdenken und dabei bis zu 2,5 Millarden Dollar einstreichen wollen.

Apropos USA: US-Riese Shutterstock plant den Gang an die Börse und rechnet damit, 110 Mio. Dollar einzunehmen, nicht zuletzt, um sich für Europa stark zu machen. Fotolia wiederum hat sich über Investoren eine Finanzsumme von 150 Mio. Euro verschafft, um den amerikanischen Markt für sich zu erschließen. Was ist das, ein Machtkampf der Microstock-Riesen?

Über einen neuen Trend werden wir sicher an anderer Stelle nochmal ausführlich sprechen, und zwar über neue Möglichkeiten der direkten Fotografenansprache. Konzepte wie Imagebrief.com brechen die mitunter sehr zähe Lizenzkette im Bildeinkaufsprozess auf und verbessern die Verbindung zu den eigentlichen Herstellern von Bildern.

Neuigkeiten gibt´s auch jedes Mal wieder auf unseren Kompaktseminaren Bildbeschaffung!

Dienstag, 27. April 2010

Rex Features: Gettys nächster Celebrity-Kauf

And round and round it goes:
Getty Images hat den großen englischen Celebrity-Anbieter Rex Features gekauft - und damit leider auch wieder einer deutschen Bildagentur wie action press, dessen Creative Label bildstelle auch für unsere Kunden interessant ist, einen wichtigen Partner aus der Vermarktung gezogen.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Wichtige Änderung beim Lizenzmodell Rights-Ready

In einem Schreiben an seine Kunden teilt Getty Images mit, dass die Bilder aus dem Lizenzmodell Rights Ready umgewandelt in lizenzpflichtige oder lizenzfreie Bilder.
Für bereits erworbene Bildrechte ändert sich nichts - die Motive sind für 10 Jahre ab Lizenzdatum im Rahmen der damals erworbenen Nutzungskategorie einsetzbar. Nach diesem Zeitraum sollte eine weitere Nutzung geprüft und gegebenenfalls lizenziert werden.
Wir helfen Ihnen gern weiter.