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Dienstag, 26. Juni 2012

Dienstag, 5. Juni 2012

Thema des Monats: Die neue deutsche Abmahnwelle Vol. 2

Während wir letzten Monat über die Initiative der Bundesregierung sprachen, Lizenzstrafen per Gesetz zu deckeln, widmen wir uns heute einem speziellen Fall der Abmahnerei. Bildagenturen nämlich, die ihre Fotos kostenfrei oder sehr günstig anbieten (Pixelio, Fotolia etc.), verstecken in ihren Lizenzbedingungen geheime Schätze, die Anwälte nur zu gerne heben. Da kann dann ein Bild schnell mal um 1.300,- Euro teurer werden: 500 Euro für den Anwalt und 800 für den Fotografen, der seine Bilder eigentlich für 3 Euro bei fotolia und – in dem uns vorliegenden Fall – sogar kostenlos bei pixelio angeboten hatte. Wer also Fotos nach Erwerb nicht urheberrechtlich kennzeichnet, kriegt vermutlich sehr schnell Post von einem Anwalt. Dabei ist die Formulierung in den Bedingungen beispielsweise bei Fotolia nicht sehr eindeutig:

 „3. Einschränkungen Unbeschadet jeglicher anders lautender, in diesem Vertrag enthaltener Bestimmungen akzeptiert und garantiert das Nicht Exklusiv Herunterladende Mitglied (ohne jede Einschränkung zu vorgenannten Bestimmungen), dass es nicht zu Folgendem berechtigt ist: (...) (k) Die Benutzung des Werkes im redaktionellen oder journalistischen Zusammenhang, ohne folgende Urheberangaben am Bild, im Impressum oder einem dezidierten Bildnachweis zu machen: "© [Alias oder Name des Fotografen] / Fotolia.com."

Abgesehen davon, dass man die Formulierung an sich erstmal innerlich übersetzen muss, ist in diesen Bestimmung ganz offensichtlich nicht die Rede davon, dass die Urheberrechtsangaben auch dann erforderlich sind, wenn man ein Bild für rein werbliche Zwecke nutzt. Diese missverständliche Formulierung wird zwar vor Gericht oft mildernd anerkannt, doch wenn man nicht mehr nachweisen kann, dass man ein streitbares Bild bei Fotolia gekauft hat, wird die Rechtsstrafe fällig. Und vielleicht haben Sie unseren Link zu pixelio auf Facebook gesehen: dort wird immer und grundsätzlich ein Bildnachweis verlangt – sonst wird es teuer... (siehe oben)...

Die Anwälte bieten sich den Fotografen in diesem Bereich als Verschaffer zusätzlicher Einnahmemöglichkeiten an – und sind regelrecht darauf abgerichtet, solche Urheberrechtsverletzungen aufzudecken. Manche Microstock-Fotografen sind vielleicht von den Umsätzen enttäuscht und ziehen auf diese Weise die ganz besondere Karte aus dem Ärmel. Da sind die großen Bildagenturen ehrlicher: sie stellen keine kostenlosen Fallen auf und verzichten manchmal sogar auf den Anwalt und seine Kosten.

Hier sind die Termine für die nächsten Kompaktseminare Bildbeschaffung!

Agentur des Monats: In Transit Images

In Transit Images ist ein modernes Gesicht in der heutigen Agenturkultur und aus unserer Sicht ein sehr verdienter Kandidat für unsere Agentur des Monats. Die Profis aus Kanada verstehen sich als exklusiver Dienstleister für ihre Fotografen und für ihre Kunden.
Die anspruchsvollen, kreativen Fotos sind thematisch in vier Kollektionen gruppiert. Ob aus einem besonderen Blickwinkel (argento collection), aus ästhetischen Aspekten (mauve collection), mit besonderem Augenmerk auf die Pflanzen- und Tierwelt (emerald collection) oder aus den hintersten Winkeln dieser Welt (wanderlust collection): Alle Fotos in diesem Portfolio genügen den höchsten Ansprüchen an Bildsprache, Kreativität und Ästhetik.
Auf Wunsch können alle Bilder nach einem sehr einfachen Modell – ähnlich dem alten „Rights Ready“ – lizensiert und innerhalb der Vereinbarung über Branche, Zeitraum und Nutzungsart frei verwendet werden.
In Transit Images versteht sich dabei nicht ausschließlich als kommerzielle Bildagentur, sondern vielmehr als Berater und Partner seiner Fotografen. Im Portfolio finden sich deshalb Angebote wie Art Consulting oder „Voyages“: In kleinen Gruppen gehen Amateur- und Nachwuchsfotografen mit professionellen Experten auf die Reise und erhalten exklusive Schulungen an besonderen Orten dieser Welt. Es ist Bestandteil der In Transit-Philosophie: Die Hälfte der Umsätze werden direkt in die Ausbildung von Fotografen und in den kreativen Bereich investiert.
Klar trägt das preisliche Niveau diesem besonderen Modell Rechnung, doch wir sind überzeugt, dass sich die Qualität durchsetzt und es sich heutzutage lohnt, wie In Transit Images nicht mit „billig“ auf den Markt zu kommen. Die Entwicklung der Agentur aus Kanada gibt dem Recht: Erst im vergangenen Jahr hat In Transit sich als Agentur der Fotografen auf dem CEPIC-Kongress in Istanbul vorgestellt, dieses Jahr schon gehören sie in den Kreis der etablierten Qualitätsanbieter. Wenn Sie In Transit Images kennenlernen wollen, besuchen Sie sie im Internet unter www.intransitimages.com und sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen weiter!

Tipps & Tricks: Aus dem Bildbeschaffer-Nähkästchen

Was die Branche im Allgemeinen angeht, hatten wir gerade in London wieder die Gelegenheit, uns mit Unseresgleichen zu treffen: Der Kongress des Bildindustrie-Verbandes CEPIC fand dieses Jahr auf monarchischem Boden statt. Doch wenn wir ehrlich sind, haben wir nicht viel Neues mitgebracht. Der Markt ist unverändert gekennzeichnet durch seine zwei Welten: Die der Microstocks und die der großen, etablierten Klassikagenturen. Wer sich neu positionieren will, muss entweder auf Masse produzieren (wie zum Beispiel Wavebreak Media) oder aber in der High-Class Nische seinen Platz finden (wie In Transit Images). 

Nach wie vor dominieren die Großen die Preisgestaltung auf dem Bildermarkt, allen voran Getty Images. Wer da nicht mithalten kann, hat Pech. Neu ist hingegen die zunehmende Bedeutung des asiatischen Marktes. Hier findet in Sachen Bildmanagement offenbar ein Kulturwandel statt: Es wird nicht nur gut aus dem Rest der Welt eingekauft, sondern auch interessant selbst produziert. Agenturen aus den USA machen inzwischen mit China und Taiwan mehr Umsatz als über Getty und Corbis zusammen.

Apropos Getty: Es ist kein Geheimnis mehr, dass die Getty-Investoren über einen Verkauf oder Börsengang nachdenken und dabei bis zu 2,5 Millarden Dollar einstreichen wollen.

Apropos USA: US-Riese Shutterstock plant den Gang an die Börse und rechnet damit, 110 Mio. Dollar einzunehmen, nicht zuletzt, um sich für Europa stark zu machen. Fotolia wiederum hat sich über Investoren eine Finanzsumme von 150 Mio. Euro verschafft, um den amerikanischen Markt für sich zu erschließen. Was ist das, ein Machtkampf der Microstock-Riesen?

Über einen neuen Trend werden wir sicher an anderer Stelle nochmal ausführlich sprechen, und zwar über neue Möglichkeiten der direkten Fotografenansprache. Konzepte wie Imagebrief.com brechen die mitunter sehr zähe Lizenzkette im Bildeinkaufsprozess auf und verbessern die Verbindung zu den eigentlichen Herstellern von Bildern.

Neuigkeiten gibt´s auch jedes Mal wieder auf unseren Kompaktseminaren Bildbeschaffung!

Donnerstag, 3. Mai 2012

Agentur des Monats: Trashcam Project

Wir waren nicht ganz sicher, in welcher Rubrik wir diese Story unterbringen sollen, haben uns jetzt aber entschieden, es nicht ganz so genau zu nehmen und küren zu unserer Agentur des Monats zwei Kreative von Scholz & Friends, die Herren von der Hamburger Stadtreinigung sowie eine große graue Mülltonne! Letztere nämlich hat sich richtig ins Zeug gelegt und unsere schöne Stadt Hamburg einmal aus ihrer ganz besonderen Perspektive betrachtet. Umgebaut zu einer gigantischen Lochkamera wurde so eine schlichte Tonne zum Produzent herausragender Bilder; Perspektiven und Kulissen einer Stadt, die so schön ist, dass man kaum glauben mag, dass hier selbst der Müll beste Aussichten genießt. Hinter dieser Aktion steht die Stadtreinigung Hamburg, die auf Scholz & Friends Berlin zuging. Die Kreativen Christoph Blaschke und Mirko Derpmann entwickelten die Idee dieser Trash-Kamara, die Mitarbeiter der Stadtreinigung stellten die umgebaute Mülltonne an ihren Lieblingsorten auf und die Kamera dieser besonderen Art machte den Rest. Das Ergebnis ist wirklich wundervoll und wir können nur sagen: Chapeau! Die Bilder können Sie hier auf Flickr betrachten.

Thema des Monats: Die neue deutsche Abmahnwelle

Deckel drauf! Die Bundesregierung hat vor, die Gebühr für Erstabmahnungen bei unerlaubter Nutzung von Software, Videos, Musik und Bildern auf 500 Euro zu begrenzen. Damit sollen Privatpersonen vor dem zuletzt immer ausgeprägteren Abmahnwahn geschützt werden, im Zuge dessen die bisher geltende Gesetzeslage sehr viel Spielraum ließ und dazu führte, dass sich Abmahnungen immer mehr zu einem eigenständigen Geschäftsmodell entwickelten.
 In dem Zusammenhang wird auf politischer Ebene auch an den Nutzungsmodellen modelliert, der Begriff der Kulturflatrate schwirrt nach wie vor umher. Soweit zu den privaten Problemen, die uns alle betreffen können. Im Job sieht´s da anders aus. Es geht um andere Summen – und die Sachlage ist oft schwieriger als man denkt. Dazu bringen wir im nächsten Magazin Stimmen von Bildanbietern und den Technikern hinter den Such-Softwares.
Und wenn Sie können, mögen, dürfen, dann schildern Sie uns gern Ihre kniffligsten Probleme mit unerlaubten Nutzungen per Mail an vertraulich@die-bildbeschaffer.de!

Denn, Deckel wieder auf: Es passiert viel auf der Crawler-Seite.

Über die fotocommunity wurde ein Angebot von trackmypics gelauncht, das sich an Fotografen und Amateure richtet, um deren Bilder auf deutschsprachigen Websites zu finden. Für ein paar Euro im Monat kann also „jedermann“ seine Bilder kontrollieren. Oder TextGuard: Das Hamburger Unternehmen hat eine Software entwickelt, die zuerst nur Texte, jetzt aber auch Bilder und schützenswerte Publikationen im Internet aufspürt. Dieses Geschäftsfeld will TextGuard jetzt ausbauen und sich nicht mehr nur als „Waffe gegen böse Buben“ anbieten, sondern auch für intelligente Services wie Presse-Clippings oder Filter, mit denen Unternehmen ihre Blogs vor „infizierten“ Bildern schützen können. TextGuard nimmt politische Änderungen also bereits strategisch vorweg. Wir sind gespannt, wie sich diese Debatte entwickelt.
Da das Phänomen nicht neu und auch nicht auf den deutschen Markt beschränkt ist, wird sich sicher auch auf dem CEPIC Kongress das eine oder andere Gespräch darum drehen. Wir werden berichten!

Tipps & Tricks: CEPIC in London

Als wir Ihnen im Februar die britische Agentur Loop vorstellten, haben wir ganz vergessen zu erwähnen, dass neben dem Kronjubiläum der Queen, den Olympischen Spielen und der heutigen Wahl des schrägsten Bürgermeisters Londons ein weiteres Großereignis in England stattfindet: Der CEPIC Kongress 2012 – der Treffpunkt der internationalen Bildindustrie! Er tagt nämlich dieses Jahr in London und die Bildbeschaffer sind natürlich wieder dabei. Bitte nutzen Sie die Chance, uns schon im Vorfeld zu belagern: Was brennt Ihnen unter den Fingernägeln, worauf sollen wir unser besonderes Augenmerk für Sie richten? Haben Sie vielleicht sogar eine Botschaft, die wir in Form eines großen Banners auf diesen Weltmarktplatz der Bildindustrie mitnehmen sollen? Her damit auf cepic@die-bildbeschaffer.de! Am 15.5. geht es in London los und wir werden – wie im letzten Jahr – live auf Facebook vom Kongress berichten. Wenn Ihnen also jetzt noch keine Aufgabe an uns einfällt, können Sie uns diese auch live auf unserer Facebook-Seite stellen.